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Diagnostikstandard des Ernährungszustandes im Makronährstoffbereich

Unsere Gesundheit wird von vielen Faktoren beeinflusst: Vererbung, Umwelt, Verhalten, Kultur und Lebensstil. Falsche Ernährung, Bewegungsmangel und falscher Lebensstil können zu vorzeitigem Tod, Behinderung oder chronischen Erkrankungen wie Fettsucht, Diabetes, Koronarerkrankung, Hypertonie, Schlafapnoe, Arthrosen, Steinleiden, Malignomen etc. führen.

Morbiditäts-, Mortalitäts- und epidemische Studien belegen, dass in Deutschland jeder zweite Erwachsene übergewichtig und jeder sechste adipös ist. In den USA sind 34% der Erwachsenen übergewichtig und 27% adipös. Seit 1980 ist in den USA die Häufigkeit der Adipositas Erwachsener um 75% gestiegen. Bei Kindern hat sich das Übergewicht seit 1976 verdoppelt.

Gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung und ärztliche Intervention können einerseits Erkrankungen vermeiden, Gesundheit und Wohlbefinden fördern und andererseits helfen, zumindest die Häufigkeit von Übergewicht oder Untergewicht und die damit verbundenen Risiken zu verringern.

Um Übergewicht und Mangelernährung zu vermeiden bzw. richtig zu behandeln, bedarf es obligater und fakultativer standardisierter Untersuchungsmethoden, die Abweichungen vom gesunden Gewicht rechtzeitig erfassen. Dazu zählen Anamnese, klinische Untersuchung und Laboruntersuchung, sowie bestimmte technische Untersuchungen, die eine exakte Bestimmungen der Körperzusammensetzung ermöglichen.

Die Waage und damit der Body-Mass-Index (BMI) können weder bei Kindern und Jugendlichen noch bei Erwachsenen exakt etwas über die Menge des Körperfettes aussagen.

Bei der Messung der Hautfaltendicke (Caliper-Methode) erfasst man das subkutane Fett und kann ohne Messung des viszeralen Fettes nur mit Einschränkungen auf die tatsächliche Gesamtfettmasse schließen. Das korrekte Abheben der Hautfalten ist für eine exakte Messung wichtig, was bei adipösen Menschen nicht gelingt. Deshalb sind andere Methoden zur Bestimmung der Fettmasse einzusetzen.

Reproduzierbare Daten über die Körperzusammensetzung liefern die folgenden Methoden: Densitometrie, Isotopenverdünnungsmethoden, Neutronenaktivierungsanalyse, Computer- und Kernspintomographie, Photonen- und Röntgenstrahlen-Absorptionsmethoden (DPA, DXA), Ganzkörperleitfähigkeit (EMSCAN, TOBEC, TRIM), Infrarotspektrometrie, Sonographie, Air-Displacement-Plethysmographie und die Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA).

Bei der Interpretation der Daten und der Ermittlung der Mager- und Fettmasse ist zu berücksichtigen, dass die mit diesen Untersuchungstechniken gewonnenen Daten methodenabhängig und nicht untereinander austauschbar sind. Weil viele dieser Methoden aufwendig, belastend, invasiv, teuer oder nicht überall verfügbar sind, können sie kaum bei Routineuntersuchungen angewendet werden.

Für die routinemäßige Untersuchung der Körperfettmasse kann derzeit nur die BIA als Goldstandard empfohlen werden. Die BIA ist eine zuverlässige, billige, nicht invasive, nicht belastende, überall rasch einsetzbare und jederzeit wiederholbare Methode, die den Wechselstromwiderstand und die Phasenverschiebung schmerzlos und risikofrei misst. Daraus lassen sich valide Parameter ableiten: Extrazelluläres, Intrazelluläres und Ganzkörperwasser, Magermasse, Körperzellmasse, Extrazelluläre Masse und die Körperfettmasse.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Bioelektrische Impedanzanalyse bei Kindern und Erwachsenen problemlos angewendet werden kann, um den Ernährungszustand und die Körperzusammensetzung exakt, rasch und vergleichbar zu bestimmen. Somit ist die BIA ein wichtiges diagnostisches Instrument für die standardisierte Beurteilung des Ernährungszustandes im Makronährstoffbereich.

Wolfgang Wlk und Michael Wlk
Geriatriezentrum Donaustadt Wien und Donauspital Wien

Literatur:

  1. Eisenkölbl J, Kartasurya M, Widhalm K. Underestimation of percentage fat mass measured by BIA compared to DXA in obese children. Eur J Clin Nutr 2001;55:423-429
  2. Ellis KJ. Selected body composition methods can be used in field studies. J Nutr 2001;131:1589-1595 May Suppl
  3. Widhalm K, Schönegger K, Huemer C, Auterith A. Does the BMI reflect body fat in obese children and adolescents? A study using the TOBEC method. Int J Obes 2001;25:279-285
  4. Wirth A. Adipositas. 2. Aufl. 2000. Springer-Berlin
  5. Yanowski SZ, Yanowski JA. Obesity. N Engl J Med 2002;346:591-602

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