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Frühdiagnostik des Morbus Alzheimer

In den fortgeschrittenen Industrieländern hat sich die Alzheimer Krankheit zu einem medizinischen, sozialen und ökonomischen Problem ersten Ranges ausgeweitet. Trotz großer Anstrengungen sind Verfahren einer frühen Diagnostik und einer kausalen Therapie gegenwärtig nicht absehbar. Die Forschung wird erschwert, da das Gehirn am lebenden Patienten nicht zugänglich ist und geeignete Tiermodelle bislang nicht verfügbar sind.

In Zusammenarbeit mit mehreren Berliner Forschungseinrichtungen wurde in der Geriatrischen Klinik des HELIOS Klinikums Berlin Buch ein experimenteller, immunologisch geprägter Zugang zum Mechanismus der Erkrankung gefunden, der auf das Äquivalent des Gehirnprozesses im peripheren Blut abzielt. Damit kann der Alzheimer-Prozess kontinuierlich und am lebenden Patienten untersucht werden.

Die bisherigen Untersuchungen liefern ein neuartiges Bild für die Ursachen der Erkrankung und eröffnen neue Wege für ihre Diagnostik und Therapie. Ursächlich wirken nach unserer Auffassung apoptische (absterbende) Lymphozyten, die bei Alzheimer-Patienten zunächst in aktivierter Form in das Gehirn einwandern und dort in Wechselwirkung mit residenten Gehirnmakrophagen (Mikroglia) eine chronische, neurotoxische Entzündungsreaktion unterhalten. Alle weiteren neuro-pathologischen Merkmale der Erkrankung stellen sich als Konsequenz dieses Entzündungsgeschehen dar.

Jörg Schulz
Deutsche Gesellschaft für gerontologische Präventivmedizin, Gesundheitsoptimierung und Vitalität e.V., Berlin

Literatur:

  1. Hartwig, M., Schulz, J., Ferszt, R., Kühl, K. P. und Navarro, J. C.: Chronic activation of peripheral blood macrophages in Alzheimer´s disease. Alzheimer`s Reports Vol. 2, Nr. 4 (1998), 225-229.
  2. Schulz, J., Ullmann, R., Hartwig, M., Adamczyk, H.: Immunpathogenese der Alzheimer Krankheit. Geriatrie Fortbild. 1 (1999), 14.

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