Europäische Vereinigung für
Vitalität und Aktives Altern e.V.
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Gerontologische Funktionsdiagnostik

Möglichkeiten und Grenzen

Die gerontologische Funktionsdiagnostik (Synonyma: Vitalitätsdiagnostik; präventivmedizinische Funktionsdiagnostik) ist ein relativ junger Zweig der gerontologischen Evaluation. Sie ermöglicht mit einem interdisziplinären und altersvalidierten Ansatz die prognostisch wichtige Differenzierung zwischen physiologischem und unphysiologischem Altern. Somit ist eine objektive, reproduzierbare und differenzierte Feststellung eines Interventionsbedarfs sowie die Erfolgs- und Qualitätskontrolle entsprechender Interventionsmaßnahmen im Bereich Gesundheitsoptimierung, Prävention und Anti-Aging möglich.

Als wissenschaftliches Instrument der Altersdiagnostik ist das System methodisch sauber definiert und weist eine hohe Qualität der notwendigen testtheoretischen Gütekriterien auf. Besonders geeignet ist es für die integrative Evaluation von Interventionsmaßnahmen (z.B. Nootropika und Geriatrica, Hormonsubstitution, stationäre Kur- und REHA-Maßnahmen; Ernährungs- und Bewegungsprogramme; Gewichtsreduktion). Darüber hinaus bewährt es sich bei der arbeitsmedizinischen und berufsspezifischen Frühdiagnostik ausgewählter Erkrankungsgruppen.

Die Referenzwerte für Vitalität und FAI werden kontinuierlich im Rahmen des zentral-europäischen Forschungsprojektes "Gerontologische Präventivmedizin" unter verschiedenen Gesichtspunkten ergänzt und weiterentwickelt. Bis dato liegen Ergebnisse einer randomisierten Studie von rund 2700 Referenzprobanden aus Mitteleuropa vor. Somit steht auch dem Anwender in der Praxis ein verlässliches Instrument zur interdisziplinären Frühdiagnostik von Vitalitätsminderungen sowohl bei (noch) Gesunden wie auch bei Kranken zur Verfügung.

Einen besondere Vorteil unter präventivem Aspekt stellen die sogenannten präventivmedizinischen Schlüsselmarker des Messsystems dar. Sie können die relevanten "Bedienungsfehler" unseres Biosystems im zivilisatorischen Alltag, wie Bewegungsmangel oder Powertraining, Fehlernährung und emotional-sozialen Stress verlässlich abbilden. Damit kann der an seiner Gesundheit und Vitalität Interessierte sein physisch-psychisches Stärken-Reserven-Profil konkret erkennen und somit eine notwendige Korrektur im Lifestylebereich gezielt vornehmen.

Fehlende Compliance für die Teilnahme an der Untersuchung gilt als absolute Kontraindikation. Bei unter 20 und über 75 Jährigen sind die Messwerte der gerontologischen Funktionsdiagnostik unter Vorbehalt zu interpretieren. Das Instrument ersetzt keine ärztliche Krankheitsausschlussdiagnostik auf organischer Ebene.

Dagmar Meißner-Pöthig
age + fitness GmbH & Co. KG Bad Wildungen

  1. Meißner-Pöthig, Dagmar und Michalak, Udo: Vitalität und ärztliche Intervention. Hippokrates Verlag Stuttgart. 1997. ISBN 3-7773-1219-3.
  2. Meißner-Pöthig, Dagmar: Vitalitätsdiagnostik: Gesundheit optimieren statt Krankheit verwalten. Geburtsh. Frauenheilk. 2000; 60: M153-M159 © Georg Thieme Verlag Stuttgart-New York. ISSN 0016-5751.
  3. Meißner-Pöthig, Dagmar, Schulz, Jörg und Michalak, Udo: Forschungsprojekt Gerontologische Präventivmedizin. Geriatrie Fortb. 2 (1999), 8-9.

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