Europäische Vereinigung für
Vitalität und Aktives Altern e.V.
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Gesundheit, Prävention, Anti-Aging

Unsere Lebensweise kann Krankheit wie auch Gesundheit produzieren. Die physiologischen Produktionsregeln sind heute weitestgehend bekannt. Doch reagiert das Expertensystem "Gesundheit"swesen auf entstehende oder manifeste Zivilisationskrankheiten mit Therapie, sprich Reparatur, statt mit primärer Prävention und tatsächlicher Ursachenkorrektur. Diese gravierende Fehlentwicklung von Rahmenbedingungen und Interventionsstrategien hat fachliche, ökonomische und gesundheitspolitische Gründe.

Ein Paradigmenwechsel ist nicht ohne ein interdisziplinäres erkenntnistheoretisch-operationales Denkmodell der Medizin möglich. Dabei spielt die Alternsforschung (sprich: Gerontologie, nicht: Geriatrie!) per definitionem eine integrierende, in Deutschland zudem eine historisch gewachsene Rolle (Max Bürger). Sie kann die vielfältigen komplementären Ansätze und Entwicklungen auf dem Gesundheitsmarkt der Zukunft (gesundheitsmedizinische und klinische, gentechnologische und lifestylebezogene, diagnostische und korrektiv-therapeutische, bedürfnis- und angebotsorientierte) strukturieren und evaluieren helfen. Mit dem Vitalitätsmodell stellt sie dafür eine wissenschaftlich fundierte Know-how-Plattform zur Verfügung.

In diesem Zusammenhang setzt sich die Autorin kritisch mit dem Begriff des "Anti-Aging" auseinander. Sie zeigt zugleich offene Lösungswege auf, wie sich aus der Sicht unterschiedlicher Fachgebiete nicht nur Krankheit ausschließen, sondern auch Gesundheit und Altern messen lassen. Eine saubere gerontologische und präventivmedizinische Diagnostik wird das Fundament sein, auf dem wir Vitalität und Lebensqualität in einem individuell-ethisch, medizinisch-ökonomisch und gesellschaftlich wirkungsvollen Sinne bis ins hohe Lebensalter hinein aktiv befördern können.

Dagmar Meißner-Pöthig,
Europäische Vereinigung für Aktives Anti-Aging e. V., Berlin/Leipzig

Literatur:

  1. Meißner-Pöthig, Dagmar: Anleitung zum Krankwerden oder: Ist Gesundheit heilbar? WEK Verlag, Treuchtlingen, 2000. ISBN: 3-934145-13-2.
  2. Meißner-Pöthig, Dagmar: Entwicklungsdiagnostik - ein gerontologisches Problem? Z. Alternsforsch. 43 (1988), 341-358.

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