Europäische Vereinigung für
Vitalität und Aktives Altern e.V.

Vitalitäts-Expertisen in der Arbeitsmedizin

Zur Einschätzung von Vitalität, Leistungsfähigkeit und Arbeitsbewältigung älterer Arbeitnehmer

Auszüge aus dem Forschungsbericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Berlin 2000. ISBN 3-89701-492-0, G. Freude, P. Ullsperger, W. Dehoff

.. Unsere Erfahrungen im Umgang mit der Testbatterie führen insgesamt zu der Einschätzung, dass mit diesem Funktionsmessplatz die psychophysische Leistungsfähigkeit des Menschen relativ umfassend und reproduzierbar abgebildet wird. In der Regel fanden sich die an der Untersuchung teilnehmenden Personen auch subjektiv in ihrer allgemeinen Leistungsfähigkeit angemessen beurteilt. Gespräche mit den Teilnehmern im Anschluss an die Untersuchung ... ergaben eine hohe Akzeptanz von Untersuchungsansatz und Untersuchungsergebnissen.

Für einen Einsatz der Testbatterie für die Bearbeitung arbeitsmedizinischer Fragestellungen spricht weiterhin die Tatsache, dass im Verlauf langjähriger Entwicklungsarbeit gezeigt werden konnte, dass der Messplatz den methodischen Anforderungen an die Objektivität eines Diagnostikverfahrens (Objektivitätskoeffizien 0,96), die Reliabilität (Reliabilitätskoeffizient 0,93) und die Validität entspricht.

... Für Schlussfolgerungen aus den Untersuchungsergebnissen für präventive Maßnahmen ist von Bedeutung, dass es die Testbatterie erlaubt, das individuell sehr unterschiedliche "Vitalitätsmuster" der Teilnehmer mit seinen alterstypischen Stärken und Reserven in verschiedenen physischen und psychosozialen Funktions-bereichen quantitativ zu erfassen. Arbeitsmediziner erhalten somit Entscheidungskriterien für eine differenzierte, gezielte und ganzheitliche Beratung hinsichtlich Förderung bzw. Erhalt der Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter. Der Messplatz stellt insofern eine sinnvolle Erweiterung des dem Mediziner zur Verfügung stehenden diagnostischen Inventars dar, als er neben der traditionellen Diagnose "gesund oder krank" die Beurteilung "vital bzw. funktionsgestört" ermöglicht. Denn meist braucht der "funktions- bzw. befindensgestörte" Arbeitnehmer keine medizinische Therapie im engeren Sinne, sondern eine umfassende präventive Vitalitätsberatung, mit deren Hilfe Funktions- bzw. Befindensbeeinträchtigungen entgegengewirkt werden kann.

... Mit der demographischen Entwicklung (veränderte Altersstruktur der Arbeitnehmerschaft) wird der Einsatz von Methoden zur Ermittlung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Dabei müssen die Erkenntnisse dieser Zusammenhänge bereits in Gesundheitsförderungsprogramme für jüngere Arbeitnehmer einfließen, um eine hohe individuelle Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und Gesundheit im Verlauf des Älterwerdens zu sichern.

Informationen auch unter: Forschungsprojekt-Nr. 5205 (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Berlin)


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